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Satzung der Bürgerinitiative "Schützt die Lahnaue"

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Satzung

Bürgerinitiative „Schützt die Lahnaue“

 

§ 1: Beschreibung des Objektes

 

(1.)  Die Lahnaue ist eine zwischen Gießen und Wetzlar seit         frühgeschichtlicher Zeit  geprägte,  etwa  13  qkm  große  „Auen-und Flusslandschaft“  beidseits der  Lahn.

Sie  gilt  als  eine  im  Gesamtverlauf  der  etwa  120  km  langen

Lahn noch in sich geschlossene Region, die 10 als Natur- und Vogel-

schutzgebiete ausgewiesene Areale besitzt.

(2.)  Die Lahnaue wird im Norden  begrenzt durch  eine Kreisstraße, die die Gemeinden  Heuchelheim  –  Atzbach  –  Dorlar  –  Waldgirmes  –  Naunheim  –

Niedergirmes verbindet, und im Süden durch eine Kreisstraße, die die Orte

Kleinlinden – Dutenhofen – Garbenheim verbindet.

(3.)  Die Lahnaue wird durchzogen von der 4-spurigen Schnellstraße (B 49) und der 2- bis 3-gleisigen Eisenbahn sowie der Lahn als Bundeswasserstraße.

(4.)  Die Lahnaue wird im  Westen durch die BAB 45 quer durchschnitten.

(5.)  Die Lahnaue weist mehrere, verschieden große, durch Kiesausbaggerung

entstandene  Seen  auf.  Diese  werden  freizeitlich  und  gastronomisch  ge-

nutzt. Des Weiteren befinden sich in dem  westlichen Bereich weitere Sport-,

Hallenbad-, Gastronomie-, Flugsport- und Freizeit-Anlagen.

(6.)  Die Lahnaue wird hinsichtlich ihrer freien bzw. bewachsenen Flächen landwirtschaftlich und jagdgenossenschaftlich genutzt und gepflegt. Die hierfür vorhandenen Wege werden mittels kommunaler Maßnahmen unterhalten.

 

 

§ 2: Ziele der Bürgerinitiative

 

 (1.)  Die BI (Bürgerinitiative)  hat  das Ziel, diese Lahnaue (§ 1) als Natur-,  Tier-und Vogelschutzgebiet uneingeschränkt zu erhalten, wie auch durch kontinuierliche Maßnahmen nachhaltig zu verbessern.

 

 (2.)  Die BI hat das Ziel, für die im Anliege-Bereich der Lahnaue  lebenden Einwohner  eine  Belästigung  sowie  Sachwertverluste  zu  verhindern,  wie dies durch Massen-Tourismus im Sinne des „Lahnpark-Konzeptes“ zu erwarten ist:

(2a.) weitere Steigerung des Massentourismus auf und entlang der Lahn

sowie in (und an) den hier angrenzenden Natur- und Vogelschutz-Arealen,

(2b.) enorme Verkehrszunahme  in allen  Durchfahrtsstraßen der betroffenen

Gemeinden,

(2c.)  Lärm-, Staub- und  Park-Belästigung,

(2d.)  Wohnwert-Minderung  und

(2e.)  Wohngebäude-  und  Grundstück-Wertminderung.

 

Schon jetzt  leiden  Lahnaue  und  die  anliegenden  Gemeinden  an Verkehrsbelastung sowie Freizeitrummel.

 

 (3.)  Die BI will diese Ziele in Zusammenarbeit mit den Bürgern, den Natur- bzw. Vogelschutz-  und  Tierschutzverbänden,  den  landwirtschaftlichen Nutzern, den  Jagdgenossenschaften,  der  zuständigen  Wasserbehörde  und biologisch- bzw. ökologisch-tätigen Institutionen erreichen.

 

 (4.)  Die  BI  wird  allen  Versuchen  Widerstand  entgegensetzen,  den Charakter

und die schützenswerte Eigenart der Lahnaue durch menschliche E ingriffe

(Tourismus,  Freizeitattraktivitäten,  Industrie,  Wirtschaft,  Gastronomie,

Lärm , Rummel u. ä.) zu verändern.

 

 (5.)  Dieses  Lahnpark-Konzept,  das  von  einer  GmbH  (gebildet  von  4 hiesigen Parlamenten)  realisiert werden soll, widerspricht  eindeutig  dem Beschluss des  69.  Deutschen  Juristentages  (2012),  wonach  „die Bürgerbeteiligung möglichst  früh einsetzen  soll,  bevor bereits über einzelne Projektvarianten entschieden ist“.

Das  vorliegende  Konzept  der  Lahnpark-GmbH  enthält  nach  unserer

Auffassung  kein  einziges  positives  Argument  für  dessen  Realisie-

rung!

 

Die  sich als  unerträglich  für Bevölkerung  und Natur auswirkenden

Negativ-Folgen  sind  von  uns  ausführlich  dargelegt.  Es  ist  inakzeptabel,

dass  ein  solches  Konzept,  das  nur  Profit  durch  Massen-Tourismus  zum

Ziel  hat,  der  Bevölkerung  zwangsweise  übergestülpt  werden  soll!

Hier werden  Natur  und  Demokratie  „zertrampelt“.  Hier  werden  unsere

Steuergelder  (z.  T.  sogar  „geadelt“  durch  europäische  Institutionen) nicht

nur verschwendet, sondern auch noch gegen unsere Natur und gegen  die

Bevölkerung eingesetzt! Dies ist der Gipfel an Unerträglichkeit!

 

 

§ 3: Organisation der Bürgerinitiative

 

 (1.)  Die BI „Schützt die Lahnaue“ wurde am 08.09.2012 gegründet. Ein  Proto-

koll wurde erstellt. Die Gründer sind in der anliegenden Liste aufgeführt.

 (2.)  Die  BI  steht  hinsichtlich  einer  Mitgliedschaft  allen  Personen  sowie

Organisationen offen, die sich ihren Zielen (§ 2) verbunden fühlen.

 (3.)  Die  BI  erhebt  keinen  Mitgliedsbeitrag;  Spenden  zur  ausschließlichen

Förderung der dargelegten Ziele (§ 2) sind erbeten.

 (4.)  Die BI wird von einem Vorstand geleitet. Dieser besteht aus bis zu 8 Personen.  Der  Vorstand wird  in 2-jährigem Abstand  durch die  Jahres-     mitgliederversammlung gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich.

 (5.)  Dem  Vorstand steht ein Fachbeirat von  bis zu 8 fachlich-versierten     Personen  mit  beratender  Funktion  zur  Seite.  Der  Fachbeirat  wählt  aus  seiner Mitte  einen  Sprecher.  Mitglieder  des  Fachbeirates  können  zu Vorstandssitzungen als Berater eingeladen werden.

 (6.)  Alle geschäftsführenden und organisatorischen Vorgänge werden nach ei-ner, vom Vorstand erstellten Geschäftsordnung durchgeführt.

 

 

§ 4: Perspektiven

 

 (1.)  In Arbeitsgruppen werden Perspektiven zur Verbesserung der Lahnaue als Schutzgebiet  für  Natur  und  Tierwelt,  wie  auch  als  Hochwasser-Auffang-becken (!), erarbeitet,  – bei  gleichzeitiger (wie  bisher bereits erfolgter und auch  erforderlicher)  landwirtschaftlicher  und jagdgenossenschaftlicher Nutzung.

 

 (2.)  Hierbei  wird  selbstverständlich  die  Benutzung  der  Lahn  und  der  Lahnaue durch Besucher und Gäste in angemessener Art und vertretbarem Umfang einbezogen, mitgetragen und auch aktiv gefördert.

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Anschrift:  Wolfgang Hill,  Sonnenstr. 19,  35633 Lahnau  (1. Vorsitzender)

(w.hill@gmx.de)  (Tel./Fax Nr.: 0 64 41 / 6 24 26)